ASOZIALMEDIA

Nicht nur WhatsApp, eine Unternehmung welche zur Facebookgruppe gehört, nimmt es mit der Datenweitergebe nicht so genau.

Auch andere sogenannte A-Sozialmedien sind da mit von der Partie und tauschen offiziell Daten aus was sich die wenigsten Nutzer bewusst sind und sich damit auch nach Schweizer Recht, strafbar machen. Haben Sie zum Beispiel schon mal die AGBs von Whatsapp genau durchgelesen?

So ist aktuell bei WhatsApp zu lesen:

Nutzer von WhatsApp werden aktuell aufgefordert den neuen Nutzungsbedingungen der App zuzustimmen. Darin sichert der Nutzer zu, zur Weitergabe der Telefonnummern aus dem Adressbuch autorisiert zu sein.

In den Kommentaren unseres Blogs und an anderer Stelle herrscht seither Unstimmigkeit darüber, ob den Nutzungsbedingungen zugestimmt werden sollte oder ob man sich mit der Zustimmung gar potentiell einer Klage aussetzt.

WhatsApp sendet in regelmäßigen Abständen sämtliche Telefonnummern aus dem privaten Adressbuch an seine Server. Das ist nicht neu und war schon immer aus Sicht des Datenschutzes fragwürdig. Bereits 2013 haben die niederländischen und kanadischen Datenschutzbehörden hier einen Verstoss gegen die Prinzipien des Datenschutzrechts gesehen.

In den FAQ’s (oft gestellte Fragen) steht aktuell geschrieben:
„WhatsApp verwendet die Telefonnummern aus dem Adressbuch deines Mobiltelefons, um dir eine aktuelle Liste der WhatsApp-Benutzer, die du kennst, anzuzeigen, und es dir damit einfacher macht (so ein Qautsch), ihnen über WhatsApp Nachrichten zu senden. WhatsApp schaut sich regelmäßig die Telefonnummern im Adressbuch deines Telefons an und prüft dann, welche dieser Nummern auch schon bei WhatsApp verifiziert sind.“

Viele offene Fragen:
Gerade für Personen, die bewusst kein WhatsApp nutzen, ist das mitunter ärgerlich. Haben Sie beispielsweise 200 Kontakte in Ihrem Adressbuch und davon haben 150 die App installiert, weiss WhatsApp (und damit seit Oktober 2016 auch Faebook) gut darüber Bescheid, zu wem Sie im Alltag Kontakt haben und kann darüber Rückschlüsse auf Sie ziehen, denn das WhatsApp die Telefonnummern der Nicht-Nutzer über den Abgleich mit bestehenden Nutzerkonten hinaus verwendet ist keinesfalls klar.
Anfang 2013 gab die kanadische Datenschutzbehörde lediglich an, dass die Telefonnummern als Hash-Wert gespeichert werden. Sys-Tec-Consulting hat dies erneut bei WhatsApp angefragt, aber keine Bestätigung erhalten.

An und für sich sollte man meinen, dass das mit diesen Sozialmedias in Sachen Dummheit und Oberflächlichkeit nicht zu überbieten wäre, doch das Internet soll uns eines Besseren belehren. https://www.youtube.com/watch?v=m_xVjnIQAsc&app=desktop

Interessant wären Details dazu

  • Ob WhatsApp die Telefonnummern nur flüchtig zum Abgleich zwischenspeichert oder diese langfristig hortet?
  • Wie die Speicherung im Detail erfolgt?
  • Ob die Telefonnummern gar an Facebook weitergegeben werden?

In den Nutzungsbedingungen selbst, der Datenschutzrichtlinie oder den FAQs finden sich dazu keine Hinweise.

Was ändert sich durch die neue Nutzungsvereinbarung ab Oktober 2016?

Neu ist, dass der Nutzer bestätigen soll, seine Kontakte an WhatsApp übermitteln zu dürfen. So heisst es in den Nutzungsvereinbarungen:

„Adressbuch. Du stellst uns regelmässig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können.“

Die Regelung betrifft das Verhältnis WhatsApp/Nutzer. In dem Verhältnis Nutzer/Nicht-Nutzer ändert die Regelung nichts. Waren Sie vorher nicht autorisiert die Telefonnummern weiterzugeben, sind Sie es jetzt nicht noch weniger.

Die Regelung kommt eher als Versuch daher, die Verantwortung im Verhältnis WhatsApp/Nicht-Nutzer zu delegieren. Denn unter Umständen waren Sie nicht autorisiert die Telefonnummern zu übermitteln und WhatsApp nicht autorisiert diese zu speichern. Die Regelung betrifft das zweite Verhältnis.

Ist WhatsApp jetzt nicht mehr verantwortlich?
Ob WhatsApp die Klausel im Ernstfall etwas nützt steht infrage. Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte äusserte AGB-rechtliche Zweifel an ihrer Wirksamkeit, weil es praxisfern ist, sich von sämtlichen Kontakten die Zulässigkeit der Weitergabe bestätigen zu lassen und die Nutzer deshalb eine solche Klausel nicht erwarten müssen.

Die Neuerungen haben also keine Auswirkung auf die Rechtmässigkeit der Übermittlung der Telefonnummern aus dem Adressbuch zu WhatsApp, weil sie

  1. nicht das Verhältnis Nutzer/Nicht-Nutzer regeln und
  2. unter Umständen nicht wirksam sind.

Setze ich mich gegebenen Falles Klagen meiner Kontakte aus?
Neben zivilrechtliche Klagen wegen einer Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts sind Beschwerden bei der Datenschutzaufsichtsbehörde denkbar.

Fazit: Panik nein! Gedankenanstoss ja!

Also, warum sollte man irgend ein Sozialnetzwerk nutzen, wir haben in der Regel Telefon,  SMS und E-Mailienste, das ist hier keine wirkliche Frage oder?

Gefährlich sind die dummen Menschen die sagen; Ich hab eh nichts zu verbergen.

Der Verfasser hatte noch nie einen WhatsApp-Account und plant auch nicht einen solchen anzulegen, dafür hat er dieses Buch gelesen Schöne neue Welt und schon als Jugendlicher 1984

Marc Elsberg hat nicht nur mit „Blackout“ ein reales Buch gschrieben, auch mit „ZERO“ denn sie wissen was sie tun.
(Angelehnt an das was Jesus angeblich gesagt haben soll am Kreuz (… denn sie wissen NICHT was sie tun…)


Interessante Links zu diesem Thema:

(Zu) Lange hats gedauert bis auch der blödeste Mensch gemerkt hat, dass Sozialmedien nicht kostenlos sind sonder Daten von den Usern verlangen. Dass die meisten dieser Firmen an den Aktienmärkten mit einem Daumen nach unten wiederzufunden sind ist die logische Folge oder?

Wir verziehcten seit immer auf Sozialmedien und bevorzugen den menschlichen Kontakt. Kaufen nicht bei Zalando, lassen uns nicht mit Kumuluskarten oder anderen Bindungssystemen durchleuchten. Ausnahmslos.

Dass diese Asozialen Netzwerke mit E-Mailaccounts wie hotmail, yahoo, gmail etc. betrieben werden ist dann auch kein Wunder. Man erinnere sich an den NZZ Artikel der über gmail Gepflogenheiten berichtet.

Per 5. April 2018

Ein neues Thema ist das Social Scoring welches der Asozialen Medien zu Grunde liegt. Hier mehr darüber.

 

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