WAS IST AMATEURFUNK? DF2NU

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Lange vor Skype, Handy & Co. waren Amateurfunker schon mit aller Welt im Gespräch. Und trotz des übermächtigen Internets – das Funken stirbt nicht aus. Der Nachwuchs ist genauso begeistert wie die Großen seinerzeit.

Sie sind ein eingeschworener Kreis, die Amateurfunker. Sie tüfteln, basteln, löten, sitzen allzugern in ihrem „Funkerstübchen“, führen mit ihren Freunden in aller Welt Gespräche über Gott und die Welt – und Nicht-Eingeweihte verstehen nur Bahnhof.

Helfer in der Not

Amateurfunker sind aber beileibe keinen eigenbrödlerischen, seltsamen Technikfreaks, sonst helfen oft da, wo gar nichts mehr geht. In Notsituationen, wenn Stromnetze und Infrastruktur ausgefallen sind, dann sind sie immer noch sendebereit. Derzeit vermitteln Amateurfunker auf den Philippinen Kontakt zu den Opfern des Taifuns „Haiyan“, helfen bei der Suche nach Vermissten, stellen ihre Technik Hilfsorganisationen zur Verfügung. Notfunkanlagen, die unabhängig vom öffentlichen Strom- und Antennennetz sind, können Leben retten.

„Old Man“ trifft „Young Lady“

Nein, es ist keine Beleidigung, wenn Sie einen Amatuerfunker als „Old man“ bezeichnen. „OM“, so die Abkürzung, nennen sich die Funkamateure in aller Welt nämlich selbst. Sogar der spanische König Juan Carlos, ein begeisterter Amateurfunker, wird von seinen Funkerkollegen in aller Welt „Old man Juan“ genannt. Und wenn Priscilla Presley, die Witwe von Elvis Presley, am Funkgerät sitzt, dann heißt sie „Young Lady Priscilla“. Vor dem Funkgerät sind alle gleich.

Kein Nachwuchsmangel

Am Nachwuchs mangelt es nicht. Unter dem Stichwort „Maker“ wächst wieder eine Generation heran, die gerne bastelt und baut. Es sind „Selfmademen“, die wissen wollen, wie und warum es so geht und stolz auf ihr selbstgebautes Funkequipment sind. In das „Funken“ wächst man hinein. Viele gestandene Funker haben bereits als Jugendliche mit einer kleinen Anlage angefangen, die im Laufe der Zeit größer und größer wurde. Eine computergesteuerte Anlage mit Antennen kostet durchaus soviel wie ein Mittelklassewagen.

© Bayerischer Rundfunk, Sendung vom 30.11.2013
HB9ZCW, Dezember 2013